Foto von Kian Lem auf Unsplash

Nachdem ich nun immer noch am überlegen war, ob ich ein Semester an einer anderen Schule im Ausland, studieren wollte oder nicht machte ich mich vorsichtshalber schon mal auf den Weg zum international office um überhaupt meine Möglichkeit auf einen freien Platz zu erfragen. Irgendwie ging dann alles recht schnell. Ich glaube ich hatte noch so um die drei Monate Zeit bevor es los ging um mich um alles zu kümmern, was man definitiv auch mit weniger Zeit schafft. Das international office ist super. Kümmert sich um sehr vieles und versucht auch alles möglich zu machen.

Meine Gasthochschule war im Gegensatz zu Dortmund schon recht riesig kann man sagen und trotzdem waren die super organisiert. Es gab ein erstes Treffen für alle Exchange Studenten, dann wurden wir unserem Fachbereich eingeordnet um mit dem zugehörigen Prof. einen individuellen Stundenplan zu erstellen. Julia Hamilton in meinem Fall, hat sich Stunden für uns Zeit genommen um bei wirklich jedem genau auf die Wünsche einzugehen und es ermöglicht uns auch in andere Fachbereiche reinschnuppern zu lassen.

Zu Anfang wurde eigentlich überwiegend englisch mit uns gesprochen. Manche Lehrer, die in Englisch nicht ganz so fit waren beauftragten einen Studenten uns den Kursinhalt zu übersetzen. Ich belegte einen Niederländisch Kurs der mir sehr half die Sprache besser zu verstehen und um im Alltag einiger maßen klar zu kommen.

Die Schule hat wie schon erwähnt wahnsinnig viele Fachbereiche und hat daher auch viele tolle Werkstätten. Um einen kleinen Eindruck in einen verschiedenen Fachbereich zu bekommen, kann man die sogenannten keuze modulen | electives wählen die ich meine mich zu erinnern einen Tag in der Woche meist 2 Stunden sind. Ich hatte textiles und ceramic. Beides klasse. Man fühlt sich ein bisschen in die Grundschulzeit zurückversetzt weil man die einfachsten Sachen macht, aber irgendwie alleine auch nicht hinbekommen hätte, oder man sich einfach auch die Zeit dafür nicht nimmt. Wir haben z.b gefilzt, gebatikt und genäht.

Eine Fotoausleihe ist vorhanden, aber leider überhaupt nicht mit der in Dortmund zu vergleichen und leider auch wesentlich schlechter. Schlechteres und älteres Equipment, dafür aber mit einen recht guten Druckservice, da die alles für einen machen und man sogar eins von ca. vier tollen Epson Papieren wählen kann.

Rotterdam hat wahnsinnig hässliche Ecken wie z.B die Innnenstadt, dafür aber auch genauso Schöne. Ich finds klasse dass man das Wasser direkt um sich hat. Man kann mit der Fähre in eine andere Stadt fahren oder mit dem Wassertaxi auf die andere Seite von Rotterdam oder zum Kuchen oder Abend Essen ins Hotel America. Rotterdam hat super viele tolle Museen. Das Fotomuseum, Boijmanns von Beuningen und die Kunsthal sind meine Favoriten, Galerien an jeder zweiten Ecke, gut eingerichtete; stilvolle Cafes mit einer guten Speisekarte, Fahrräder, Wind und Wetter machen Rotterdam für mich unvergesslich. Rotterdam hat meiner Meinung nach eine wunderbare Lage weil man schnell in Den Haag aber auch in ca. anderthalb Stunden in Amsterdam ist.

Die Lebenshaltungskosten ähneln sehr den deutschen. Ich habe 350,00 € Miete gezahlt (insgesamt mit Strom und Internet) Die Studentenwohnheime liegen glaube ich bei 400 oder sogar 500€ was ich persönlich schon ein bisschen unverschämt finde. Lebensmittel kosten ein bisschen mehr, besonders wenn man jeden Tag im Albert Heijn einkaufen geht, deswegen ist es von Vorteil wenn man seinen günstigen Supermarkt gefunden hat. ( Lild und Bas von der Heijden).

Die Zeit in Rotterdam hat mich näher an das Land und die Sprache gebracht. Durch die WDKA bin ich der Meinung, auch ein anderes Tempo beim Arbeiten gefunden zu haben, weil man für viele Projekte dort nicht so lange Zeit hatte. Ich habe viele tolle Menschen kennen gelernt und hatte eine unvergessliche Zeit, deswegen kann ich es jedem nur ans Herz legen ins Ausland zu gehen.

Willem de Koning Academy in Rotterdam (NL) - SoSe 2010 (Foto)